Ein Leben ohne Tiere?

Das kann sich Sylvie S. (65) überhaupt nicht vorstellen. „Ich bin mit Tieren aufgewachsen. Meine Großeltern waren Selbstversorger, Hühner, Katzen, Hunde und sogar eine Gans gehörten einfach dazu“, erzählt die Niederösterreicherin, während sie den Gästen in ihrem gemütlichen Haus in Brunn am Gebirge Kuchen und Kaffee auftischt.

Gegenwärtig teilen die 65-Jährige und ihr Partner dort den Alltag mit drei Katzen und vier Hühnern – zahlreiche weitere Artgenossen sind auf Kissen, Häferln und Dekoobjekten zu finden. Sophie, Alice und Poldi stammen aus dem „Haus der Katzenfreunde“ im Tierheim Liesing. Für die weiteren „Familienmitglieder“ hat ihr Lebensgefährte, ein gelernter Tischler, im Garten ein großes Hühnergehege gebaut.

Intelligent und liebevoll

„Wer ein Huhn oder eine Katze hat, braucht keinen Psychiater. Die Tiere geben uns soviel an Liebe und sie sind unglaublich intelligent“, sagt die Niederösterreicherin. Wie zum Beweis lässt sich Kater Poldi zu einem „Give me Five“ – Pfote auf Hand – überreden. Und die Hühner kennen das Auto: „Wenn sie es hören, geht schon das Begrüßungsgegacker los.“

Keine Lobby

Um geschundenen Vierbeinern weiteres Leid zu ersparen spendet die Tierfreundin unter anderem als „Bärenpatin“ für Vier Pfoten, informiert sie sich regelmäßig über deren Hilfe für albanische Tanzbären oder hungernde, sudanesische Löwen. „Tiere haben eine Seele, aber sie haben keine Lobby“, sagt Frau Sylvie S.

Über das Leben hinaus Tieren helfen

Aus diesem Grund möchte sie auch nach ihrem Tod weiter helfen: „Ich habe keine nahestehenden Angehörigen. Deshalb habe ich vor drei Jahren ein Testament gemacht und Vier Pfoten darin bedacht.“ Damit „alles seine Ordnung hat“, zog sie dafür einen Notar zur Rate.

In ihrem letzten Willen hat die Tierfreundin auch festgelegt, was nach ihrem Ableben mit ihren Lieblingen geschehen soll: „Wenn mit uns etwas ist, kommen die Tiere zur Pfotenhilfe nach Lochen.“ Den eigenen Nachlass geregelt zu wissen, sei ein gutes Gefühl, meint die 65-Jährige: „Eigentlich sollte man das ja schon viel früher tun.“