Die Welt ein wenig besser machen

Silvia P. genießt ihre Pension in vollen Zügen: Jeden Tag freut sich die Frühaufsteherin über die ersten Sonnenstrahlen am Balkon ihrer Wohnung in Wien-Donaustadt. Später hält sich die 69-Jährige auf ihrem Hometrainer fit. Oder sie greift zur Violine – „sehr zum Leidwesen meiner Nachbarn“, wie sie nicht ganz ernst feststellt.

„Ohne Musik kann ich mir mein Leben gar nicht vorstellen“, sagt die agile Seniorin. Seit ihr Ehemann – „Er war eher ein Musical-Fan“ – verstorben ist, besitzt die Wienerin ein Abo im Konzerthaus. Die Aufführungen besucht sie gemeinsam mit einer Schulfreundin.

Leidenschaft für fremde Länder

Solange die Corona-bedingten Reise-Einschränkungen andauern, zehrt Silvia P. von ihren Erinnerungen, etwa an die Städtetrips in Paris und Lissabon, ihren Aufenthalt in Israel oder an die Südzypern-Reise im vergangenen September zusammen mit einer christlichen Reisegruppe: „Dort hat mir alles gefallen, das Hotel, die Bootsausflüge an der Küste, die Felshöhlen, die freundlichen Leute.“ Ihr Interesse an fremden Ländern kennt dabei keine Grenzen: „Mich interessiert alles, was ich noch nicht gesehen habe.“

Dass Silvia P. bei all diesen Aktivitäten auch ein großes Herz für andere hat, hängt mit ihrem Weltbild zusammen. „Ich bin ein gläubiger Mensch. Und ich denke, wir haben die Erde von Gott anvertraut bekommen, damit wir verantwortungsvoll mit ihr umgehen.“ Dazu gehört für sie, benachteiligten Menschen zu helfen und die Umwelt zu schützen.

Nachlass für den guten Zweck

Ein besonderes Anliegen sind ihr etwa alleinerziehende Mütter und geflüchtete Menschen. Aus diesem Grund hat die kinderlose Witwe vor einigen Jahren ihren Nachlass der Volkshilfe und anderen gemeinnützigen Organisationen gewidmet: „Ich möchte die Welt ein klein wenig besser machen“. Damit alles seine Richtigkeit hat, und ihr letzter Wille auch im Testamentsregister aufscheint, zog sie einen Notar zu Rate.

„Es ist ein befreiendes Gefühl, alles geregelt zu haben. Und ich kann ruhigen Gewissens verreisen“, freut sich Silva P. Wann sie wieder ihren Koffer packen kann, steht zwar noch nicht fest. Das Ziel ihrer nächsten größeren Reise allerdings schon: „Es soll in den Iran gehen. Das muss ein wunderschönes Land sein.“