Ein Gefühl der Sicherheit.


Das ermöglicht ihnen einen sorgenfreien Abschied und gibt ihnen die Gewissheit, dass ihr Besitz einmal einem guten Zweck dient. Ilse und Ernst L. sind seit über 40 Jahren verheiratet. Fast genauso lange haben die beiden ein Testament. „Wir sind beide Planer“, sagt der ehemalige Polizist. Und seine Frau, früher Bankangestellte, ergänzt: „Das entspricht unserem Wesen“. Das erste Testament – „damals haben wir unsere Eltern als Erben eingesetzt“ – ist längst einer neuen Fassung gewichen.

Das kinderlose Ehepaar hat sich entschieden, seinen gesamten Nachlass dem Roten Kreuz zu vermachen. Den Ausschlag für diesen Schritt gab eine Infoveranstaltung der Hilfsorganisation zum Thema Erbrecht. Schon vorher hatten sich die beiden Wiener Gedanken darüber gemacht, was nach ihrem Tod mit ihrem Hab und Gut passieren würde. „Wir haben beide die Wohnungen unserer Mütter aufgelöst, als diese pflegebedürftig wurden und wissen, was das für ein Aufwand ist“, sagt die 63-Jährige: „Das möchten wir keinem unserer Freunde zumuten. Denn so Gott will, werden wir beide alt, und dann sind sie ja auch alt.“

Missverständnisse ausgeschlossen

Dass das Rote Kreuz einmal nach ihren Wünschen ihr Begräbnis organisieren und ihren Nachlass regeln wird, ist dem Paar eine große Beruhigung. „Mir gibt das ein Gefühl der Sicherheit, denn ich weiß, dass alles ordentlich abgewickelt wird“, betont Ernst L.. Damit alles „Hand und Fuß hat“ war dem 65-Jährigen wichtig, sich professionelle Hilfe von einem Notar zu holen: „So ist der Text juristisch einwandfrei verfasst und es kann nicht zu Missverständnissen kommen. Zudem ist unser Testament im Testamentsregister eingetragen. Damit ist es amtlich, dass es existiert.“

Ebenso wichtig wie die Regelung des Nachlasses ist für das Ehepaar der gute Zweck: Die Hilfe für andere war ihnen schon immer ein großes Anliegen, Spenden ist für sie eine Selbstverständlichkeit. „Wir werfen beide nicht gerne Dinge weg, die noch gut sind“, sagt Ilse L., die sich gemeinsam mit ihrem Mann auch ehrenamtlich beim alljährlichen Pfarrflohmarkt in Großenzersdorf engagiert: „Wenn man sieht, was die Leute oft in den Mistkübel schmeißen, tut einem das Herz weh.“ Die Freude lebt weiter Nun freut Frau L. die Vorstellung, dass Ihre Stofftiere vielleicht einmal in irgendeinem Kinderzimmer landen und jemand mit Ihnen spielt oder Menschen einmal Freude beim Lesen ihrer vielen Bücher haben.