Wir haben eine gewisse Verpflichtung, zu helfen

Sie wisse, was Terror, Verfolgung und Unfreiheit bedeuten würden.
Wir haben eine gewisse Verpflichtung, zu helfen
„Ich habe selber den Zweiten Weltkrieg voll miterlebt. Ich kann daher fühlen, wie es den Menschen ergeht, wenn sie aus ihrer Heimat fliehen müssen und nichts mehr besitzen. Wir haben eine gewisse Verpflichtung, diesen Menschen zu helfen.“ Anna M. ist 91 Jahre – „jung“, wie sie sagt, und hat schon vor zwanzig Jahren ein Testament gemacht: „Ich denke, man soll sein Leben geordnet beenden.“ Sie entschied sich allerdings auch, ihrer Maxime nachzukommen – der Verpflichtung, jenen Menschen zu helfen, die auf der Flucht sind, die nichts mehr besitzen. Sie hat die Caritas als ihre Haupterbin eingesetzt.

Erlebnisse als Ärztin

Anna M. ist alleinstehend und hat keine Kinder. Bevor sie ihr Testament aufsetzen ließ, sei sie zu dem Entschluss gekommen, „alles, was ich noch besitze, einer karitativen Einrichtung zukommen zu lassen.“ Die Caritas hat sie sich ausgesucht, weil sie glaubt, dass ihr Geld dort gut eingesetzt und verwaltet wird. „Ich war praktische Ärztin“, erzählt Frau M., „und habe viel Leid gesehen. Vor allem weiß ich, wie es Alten, Kranken und auch Kindern ergeht, wenn sie auf fremde Hilfe angewiesen sind.“ Sie bewundere daher die Menschen, die für wohltätige Organisationen wie die Caritas arbeiten: „Ich freue mich, dass es diese Menschen gibt.“ Die Caritas als Hilfsorganisation der katholischen Kirche unterstützt Menschen in schwierigen Lebensumständen – sei es bei Krankheit, nach Unglücksfällen oder Katastrophen, unabhängig von deren sozialer, nationaler oder religiöser Zugehörigkeit.
Menschen, die sich entscheiden, die Caritas als Erbin einzusetzen, haben viele Möglichkeiten, zu helfen. Dagmar Lagler, bei der Caritas der Erzdiözese Wien zuständig für Testamentsspenden und Legate, empfiehlt, entweder Bereiche der Arbeit der Caritas als Verwendungszweck auszuwählen, wie etwa das Caritas-Hospiz oder die Katastrophenhilfe. Auch sei es möglich, bestimmte Personengruppen zu unterstützen – Obdachlose, Jugendliche, Flüchtlinge oder auch Mütter und Kinder. „Ohne Angabe eines Verwendungszweckes hat die Caritas allerdings mehr Handlungsspielraum, denn gewiss ist, dass sich die Caritas immer für Menschen in Not einsetzen wird“, ergänzt sie. Anna M. hat sich für diese Variante entschieden. „Ein klein wenig beisteuern“

Sie bedauere, dass sie keine aktive Hilfe mehr leisten könne, sagt Frau M.; tatenlos will sie aber nicht bleiben: „Wir haben das Glück, in einem Land leben zu dürfen, in dem Freiheit und Wohlstand herrschen. Es ist mir ein Anliegen und ein Bedürfnis, Menschen, die in Not geraten, zu helfen. Ich kann nur mehr ein klein wenig beisteuern.“ Mit ihrem Vermächtnis schafft Anna M. Voraussetzungen für genauso ein Engagement, wie sie es nach wie vor betreibt. Vor allen Dingen wird sie damit bis über ihr Lebensende hinaus Menschen in, Not helfen. Anna M. will helfen, so gut sie kann.